Junge Union fordert Einsatz jugendlicher Testkäufer im Kampf gegen Alkoholmissbrauch

[Walsrode]. Die Junge Union (JU) Soltau-Fallingbostel ist über die Zunahme von Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen besorgt. Die Zahl der stationär behandelten Jugendlichen mit Alkoholproblemen ist in Niedersachsen seit dem Jahr 2000 um gut 85 Prozent gestiegen. Auch im Landkreis Soltau-Fallingbostel wurden erst kürzlich wieder Fälle von Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen bekannt. Die JU spricht sich deshalb für den Einsatz jugendlicher Testkäufer aus. Die Ordnungsämter vor Ort sollen so die Einhaltung der gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen besser kontrollieren können. „Die Jugendschutzgesetze werden leider von zu vielen Diskotheken-, Kiosk-, Supermarkt-, und Tankstellenbetreibern missachtet“, begründet der JU-Kreisvorsitzende Björn Giesler die Forderung.

Ethische Bedenken, die gegen den Vorschlag sprechen, sieht die JU nicht. „Jugendliche als Testkäufer einzusetzen ist effektiv und schadet niemandem“, meint Björn Giesler. Ihr Einsatz solle an klare
Regeln gebunden werden. Die JU spricht sich etwa für eine angemessene pädagogische Begleitung der Testkäufer aus. Auch sollen nach dem Willen der CDU-Jugendorganisation keine Jugendlichen eingesetzt werden, die jünger als 16 Jahre alt sind. Die JU betont, dass sich auch namhafte Experten wie der Kriminologe Christian Pfeiffer und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, für den Einsatz jugendlicher Testkäufer aussprechen. Ausdrückliche Unterstützung finden diese Bestrebungen auch bei der CDU-Kreisvorstizenden, Gudrun Pieper MdL, die schon in der
Vergangenheit das massive Gefährdungspotenzial durch den Alkoholkonsum von Jugendlichen betont hatte.

Björn Giesler hat auf Nachfrage erfahren, dass der Landesvorstand der JU zu diesem Thema ebenfalls die Initiative ergreifen wird. Nach der Sommerpause soll über die Junge Gruppe der CDU-Landtagsfraktion ein Antrag in die parlamentarische Beratung eingebracht werden, der sich mit den Forderungen der JU Soltau-Fallingbostel deckt. Björn Giesler
erklärt hierzu: „Grundsätzlich liegt der Jugendschutz in der Gesetzeskompetenz des Bundes, die Länder bestimmen allerdings über die Ausführung des Jugendschutzgesetzes. Die JU will, dass das Land
Niedersachsen seinen Spielraum nutzt. Der Einsatz jugendlicher Testkäufer sollte im niedersächsischen Landesgesetz zur Ausführung des Jugendschutzgesetzes als Kontrollmittel definiert werden.“

Die JU will mit ihrem Vorschlag auch die vielen ehrlichen Kaufleute schützen, die sich an Recht und Gesetz halten. Sie seien ebenso Opfer wie die Jugendlichen, denen Manche bedenkenlos den Alkohol für das sogenannte Komasaufen verkaufen würden. Wie bisher könne es nicht weitergehen. „Es ist höchste Zeit zu handeln“, so der 28jährige Walsroder abschließend.

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